Sie sprechen etwas an, – der andere rechtfertigt sich.
Sie werden deutlicher, – der andere zieht sich zurück.
Am Ende bleibt Frust auf beiden Seiten – und das eigentliche Thema ist noch immer offen.
Viele denken dann: „Wir haben ein Kommunikationsproblem.“
Oft ist es aber etwas anderes, nämlich ein festgefahrenes Muster.
Eine Person geht nach vorne: erklären, drängen, klären wollen.
Die andere geht nach hinten: schweigen, ausweichen, dichtmachen.
Je öfter das passiert, desto automatischer läuft es ab.
Und irgendwann reagiert man nicht mehr auf das aktuelle Gespräch, sondern nur noch auf die bekannte Dynamik und es reicht dann schon ein Tonfall, ein Blick oder ein Satz und alles beginnt von vorne.
Was Sie stattdessen versuchen können
Wenn Gespräche so ablaufen, bringt es wenig, noch klarer zu argumentieren oder noch mehr zu erklären.
Denn das verstärkt eher noch das Muster.
Hilfreicher ist ein anderer Schritt:
Nicht sofort lösen.
Zuerst erkennen, was gerade passiert.
Fragen Sie sich:
- Was läuft hier gerade zwischen uns ab?
- Wer geht nach vorne?
- Wer zieht sich zurück?
- Wiederholen wir gerade etwas, das wir beide schon kennen?
Und dann:
Unterbrechen Sie das Muster – notfalls nur kurz.
Zum Beispiel, indem Sie sagen:
„Ich glaube, wir drehen uns gerade im Kreis.“
„Lass uns kurz durchschnaufen.“
Wenn Gespräche scheitern, dann scheitern sie meist nicht am Thema, sondern daran, dass immer wieder dieselben Muster ablaufen.